Hallole!


Wir sind das Äffle & Pferdle-Team! Bei der weltberühmten Allgäu-Orient Rallye im Frühjahr 2011 wollen wir schwäbische Kultur bis nach Jordanien bringen.

Immer mit dabei sind die schwäbischen Nationalhelden Äffle und Pferdle, die wir stolz im Namen unseres Teams tragen. Jetzt fehlt uns nur noch das Kamel!

Hier erfahrt Ihr alles über unser Team, die Idee der Rallye und unsere Vorbereitungen bis zum Start...


Älles klar? Dann viel Spaß auf unserer Seite!



Finale! (15.05.2011 - 17.05.2011)


Wir sind sehr froh, dass wir trotz Rallyeabbruch in der Türkei die Chance bekommen haben, unser ursprüngliches Ziel Jordanien doch noch zu erreichen. Und es tut uns leid für diejenigen Rallyeteilnehmer, die diese Gelegenheit nach dem Stresstest auf See nicht mehr nutzen wollten oder aus Termingründen nicht mehr konnten. Jordanien ist ein faszinierendes Land mit großer Geschichte und eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten und ist auch ohne eigenes Auto auf jeden Fall einen Besuch wert!

Die Eindrücke des letzten Teils unserer großen Reise folgen wie immer in chronologischer Reihenfolge:


Sonntag, 15. Mai:


Belek, Türkei


Abschied im Morgenrot: nach einer Nachtfahrt von Tasucu nach Belek (bei Antalya) stellen wir unsere inzwischen heißgeliebten Daimler auf einem schönen Grundstück des Tourismusverbandes ab. Das Gelände wird vom Onkel des türkischen OK-Mitglieds Nadir verwaltet und dank des unermüdlichen Einsatzes der Rallyeveranstalter haben wir die Möglichkeit, unsere Autos dort zu parken. Nach der Abmeldung in Deutschland wird das OK sich um die weitere Verwertung der Fahrzeuge kümmern. Rallyechef Wilfried ist optimistisch, dass der Verkaufserlös am Ende doch noch in Jordanien landet.


Jeder räumt still sein Auto aus – nach Monaten der Vorbereitung, nach den vielen, vielen Stunden, die wir mit Abschleifen, Grundieren, Lackieren und sonstigen Arbeiten an den Autos verbracht haben, nach über 6.000 gemeinsam überstandenen Rallyekilometern fällt der Abschied schwer.

Unsere sechs Sterne haben einen bemerkenswert guten Dienst geleistet. Technisch gab es kaum Probleme und selbst die ließen sich immer eigenhändig beheben (die gebrochene Achsaufhängung mal ausgenommen).

Wir sind alle guten Mutes, dass unsere Daimler auch in ihrem nächsten Lebensabschnitt noch viele, viele zigtausend Kilometer bewältigen und lassen sie nach einem letzten gemeinsamen Foto in dem kleinen Waldstück zurück.

Ein Shuttlebus bringt uns zum Flughafen in Antalya. Dort zieht sich die Erledigung der Zollformalitäten eine ganze Weile hin. Doch das ist kein Problem: denn unser Flugzeug der Royal Jordanian ist extra für uns in die Türkei gekommen und wartet daher, bis wir alle an Bord sind.


Amman, Jordanien


Nach einem kurzen Flug (nur 1,5 Stunden) erreichen wir Amman, die Hauptstadt des Königreichs Jordanien. Dort werden wir schon vom jordanischen OK erwartet und mit einem Bus in unser Hotel gebracht: das majestätische „Le Royal Amman“ – ein neuer Prachtbau mit auffälliger Architektur, der schon von weitem zu sehen ist.

Wir checken in unsere noblen Zimmer ein und müssen uns erst einmal an den enormen Kontrast gewöhnen, den dieser 5 Sterne-Palast im Vergleich zu unserer MS Tasucu darstellt.

Doch schnell haben wir uns mit dem Luxus arrangiert und begeben uns in eines der hoteleigenen Restaurants, wo wir vom jordanischen OK (Khaled und Sakher) begrüßt werden.

Die beiden haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um uns den Aufenthalt in ihrer Heimat so schön wie möglich zu gestalten. Und sie präsentieren uns ein tolles Programm: Für morgen ist unter anderem der Besuch des Toten Meeres vorgesehen, die weltberühmte Felsenstadt Petra ist dann für Dienstag geplant.


Eigentlich haben wir alle einen Rückflug für Mittwoch gebucht. Doch auch da zeigen sich die Jordanier flexibel. Wer will, kann verlängern! Für diese Option entscheiden sich Hans und Ute, Stefan, Nina und Daniel dann auch spontan.

Glücklich und gespannt gehen wir in unsere königlichen Betten und genießen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder den Luxus eines ruhigen und ungestörten Schlafs.


Montag, 16. Mai:


Nach einem hervorragenden Frühstück steigen wir in den vom OK bereitgestellten Bus und fahren in Richtung Jordan. Rund um diesen heiligen Fluss, der gleichzeitig auch die Grenze zwischen Israel und Jordanien markiert, liegen einige der wichtigsten Schauplätze des Alten und Neuen Testaments. Unser erstes Ziel ist der Mount Nebo. Der Berg, von dem Moses einst das gelobte Land erblickte, wurde im Jahr 2002 von Papst Johannes Paul II besucht und ist auch heute noch ein Ort von besonderer Spiritualität. Wir bewundern die alten Mosaikböden, die bei Ausgrabungen auf dem Berg gefunden wurden und die aus dem 6. Jahrhundert stammen. Und wir schauen von der gleichen Stelle hinab ins Jordantal, an der auch Moses einst gestanden hat. Von diesem Platz aus sieht man heute das Tote Meer, Amman, Jericho und bei guter Sicht sogar Jerusalem.

Wir fahren weiter hinab ins Tal. In diesem militärischen Grenzgebiet zu Israel werden wir von einem Archäologen begrüßt, der uns zu Fuß zum Jordan führt. Auch wenn der an dieser Stelle nur noch ein kleiner Fluss ist: es ist ein besonderer Moment für unsere Gruppe, als wir an seinem Ufer stehen. Von seiner Anziehungskraft zeugen auch die vielen Kirchen, die in unmittelbarer Nähe stehen. Nahezu jede christliche Strömung (sei es katholisch, koptisch, russisch-orthodox usw.) hat hier eine Vertretung gebaut, viele davon mit prächtigen goldenen Kuppeln.

Auf unserem Rundgang entlang des Jordan folgt nun der Höhepunkt: die „Baptism Site“ – also die Stelle, an der Jesus Christus von Johannes dem Täufer getauft wurde. Unser Führer präsentiert uns euphorisch fünf Beweise, die für die historisch korrekte Lage der berühmten Taufstelle an genau jener Stelle sprechen.

Nachdem jeder ein Foto gemacht hat ziehen wir weiter an eine Böschung am Jordanufer, an der wir bis zum Wasser hinab steigen können. Direkt auf der anderen Seite, nur wenige Meter entfernt, gibt es eine vergleichbare Stelle auf israelischer Seite. Dort steht bereits eine italienische Pilgergruppe im Wasser und betet. Nach einem Moment des Innehaltens gehen wir zurück zum Bus.

Jetzt wartet ein absoluter Tiefpunkt auf uns – und das im wahrsten Sinne des Wortes:

Wir fahren zum tiefsten Punkt der Erde: dem Toten Meer!

Wir erreichen das Holiday Inn Resort Dead Sea, wo wir als Tagesgäste eingebucht sind. Das luxuriöse Hotel hat die unwirtliche Landschaft am Ufer des Toten Meeres mit viel Sand, Sonnenschirmen und einer großzügigen Pool-Landschaft aufgehübscht und so wirkt auf den ersten Blick alles wie ein ganz normaler Strand. Dieser Eindruck ändert sich, sobald wir ins Wasser gehen. Der berühmte „Totes Meer-Effekt“ setzt schon nach wenigen Schritten ein und zieht uns die Füße unter dem Boden weg. Die Schwerelosigkeit ist kaum zu beschreiben. Es ist einfach ein wahnsinniges Gefühl, so ganz ohne Anstrengung im Wasser zu schweben und den Auftrieb zu spüren. Auf der Haut fühlt sich das Tote Meer-Wasser übrigens an wie ein leichter Ölfilm – man spürt förmlich, wie gesund es ist…

Das Einreiben mit dem schwarzen Schlamm vom Ufer gehört selbstverständlich auch dazu, genau wie die Süßwasserdusche danach. Ein wirklich einzigartiges Erlebnis, das wir gleich noch einmal wiederholen…

Nach einem leckeren Büffet und einer Runde Sonnenbaden am Hotelpool bringt uns der Bus wieder nach Amman, wo uns ein weiteres Highlight erwartet:

Im spektakulären Restaurant Reem al-Bawadi gibt es ein Abendessen zu Ehren der Rallyeteilnehmer. Als wir vom Haupteingang in den dahinter gelegenen Außenbereich des Restaurants treten, werden wir bereits von einem Kamerateam und einer Gruppe Soldaten mit Dudelsäcken empfangen! Wir genießen ein hervorragendes Essen im Beduinenzelt – libanesische Mezze, gegrillte Spieße und frisches Fladenbrot aus dem traditionellen Brotofen.

Als zum Tee wieder die Dudelsäcke aufspielen, hält es Mr. Kassab vom jordanischen OK nicht mehr auf dem Stuhl: er startet einen wilden Tanz durchs Lokal und bringt alle auf die Beine. Am Ende tanzt er mit Wilfried, Sakher und natürlich auch unserer Nina auf dem Tisch.

Was für ein toller Abschluss für einen großartigen Tag!


Dienstag, 17. Mai:


Heute besuchen wir die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit Jordaniens: Petra, sagenumwobene Felsenstadt, UNESCO Weltkulturerbe und eines der neuen Sieben Weltwunder.

Wir verlassen Amman um 8 Uhr früh, um 12 Uhr erreichen wir die Stadt. Vom Parkplatz führt uns ein ca. 2 km langer Marsch immer tiefer in die felsige Schlucht hinein. Wir bewundern die ausgeklügelte Wasserversorgung, die die Erbauer, das Volk der Nabatäer, bereits vor über 2.000 Jahren konstruiert haben: es gibt eine offene Wasserrinne, aus der damals Pferde und andere Tiere trinken konnten. Das Trinkwasser für die in der Stadt lebenden Menschen wurde über in die Felsen eingelassene Terrakottaröhren transportiert, deren Überbleibsel man auch heute noch bewundern kann.

Unser Weg geht vorbei an bizarren Felsformationen und bunten Gesteinsschichten. Die Schlucht ist an ihrer engsten Stelle nur 2 m breit und man kann sich gut vorstellen, wie vor 2.000 Jahren durchreisende Händler von diesem Szenario beeindruckt und eingeschüchtert wurden.

Am Ende der Schlucht erblicken wir durch die schmale Felsenspalte dann zum ersten Mal das prächtige Wahrzeichen von Petra: das „Schatzhaus“, ein in den Stein eingemeißeltes, 40 m hohes und 25 m breites Grabmal. Ein Anblick, wie man ihn von vielen Fotos oder auch aus dem Film („Indiana Jones“) kennt. Aber natürlich sind diese Abbildungen nichts gegen den Anblick, der uns Besucher dann vor Ort empfängt.

Wir sind schwer beeindruckt und wollen noch mehr von dieser faszinierenden Stadt entdecken. Axel hat eine Petra-Karte mit wichtigen Sehenswürdigkeiten dabei und wir entscheiden uns, das Römische Theater (schon damals Platz für über 5.000 Zuschauer) aufzusuchen. Davor wollen wir aber noch einen Abstecher über einen Opferplatz machen. Dieser liegt hoch oben im Fels und wir müssen einem steilen Anstieg folgen.

Oben erwartet uns eine fantastische Aussicht – und eine zahnlückige Beduinenfrau, die sofort Nina als würdiges Menschenopfer auswählt. Sie eilt lachend voraus und zieht Nina hinter sich her. Die folgt widerwillig und wird auf der Spitze des Berges auf den Stein (serienmäßig mit praktischer Rinne für den Blutabfluss) gelegt. Dort simuliert die Beduinin mit ihrer Flöte die Enthauptung ihres Opfers. Danach spielt sie noch ein wildes Solo auf ihrem Instrument und verschwindet so schnell wie sie gekommen war.

War dieses Erlebnis echt? Oder nur eine Fata Morgana?

Wir wissen es nicht und wir wollen es auch nicht herausfinden.

Nina eilt (verständlicherweise) voraus, den Berg hinab, der Rest von uns hinterher.

Der Abstieg in der Sonne ist nicht ohne und wir sind schon halb verdurstet, als wir das Römische Theater erreichen. Wie aus dem Nichts taucht da auf seinem Wüstenschiff ein orientalischer König mit prächtigem Kopfschmuck vor unseren müden Augen auf.

Ist es der Herrscher von Petra? Der Sultan der Nabatäer?

Nein – es ist unser Hans, der die Ruinen mit dem klassischen Transportmittel erkundet. Dann sehen wir auch Ute, die auf dem zweiten Kamel folgt.

Unser Ziel war es ja, auf der Rallye das Kamel zu gewinnen. Jetzt haben wir wenigstens eins für ein gemeinsames Foto.

In der brennenden Sonne laufen wir zurück zum Bus, weitere Halluzinationen bleiben aus.

Am Abend gehen wir noch einmal gemeinsam essen und stoßen im schicken Buddha Club auf das Erlebte an. Einhellige Meinung: die Allgäu Orient Rallye war genau das Abenteuer, das wir gesucht haben. Und gerade weil nicht alles wie bei einer vom Reisebüro geplanten Rundreise abgelaufen ist wird sie uns für immer unvergesslich bleiben. Jede verfluchte Nachtfahrt, jede Reifenpanne, jede Reparatur am Straßenrand musste genau so kommen!

All diese Momente, ja, selbst die vier langen Tage auf See, haben unser Team noch stärker zusammengeschweißt und uns Erlebnisse geschenkt, die wir noch ewig weitererzählen werden.

Wir sind schon gespannt, was unsere vier Heimfahrer so zu erzählen haben, wenn sich das Äffle und Pferdle Team bald wieder vollzählig im Schwabenland zusammenfindet.

Für heute ist es erst mal gut. Axel, Christoph und Freddy fliegen morgen nach Hause zurück.

Daniel, Nina und Stefan haben bis Donnerstag verlängert und Hans und Ute bleiben noch bis Freitag.

Damit ist auch der inoffizielle Teil der Allgäu Orient Rallye vorbei. Unser Rallyeblog soll hier aber nicht enden. In den nächsten Tagen wird es von uns noch öfters was zu sehen geben und auch der Rückreisebericht von Josef, Jürgen, Peter und Thomas steht noch aus.

Wir wollen uns aber trotzdem schon einmal vorab bei den vielen treuen Lesern fürs Daumendrücken und Mitfiebern bedanken, bei den Gästebuch-Benutzern für ihre lieben Grüße und Glück-Wünsche, beim Münsinger Bürgermeister Mike Münzing für seine fröhliche Motivations-Email, bei unserem Webmaster Uli für die tolle Website und die raketenschnellen Updates, beim Pferdle und Äffle-Fanclub für den Jubel beim Start und die Begleitung danach, bei unserem Hauptsponsor SilberBrunnen für die tolle Unterstützung und den vielen Sauren Sprudel und Cola-Mix (der uns auf der Fähre und bei so mancher Nachtfahrt gerettet hat), bei Öl Ankele für die vollen Tanks, bei Früchte Jork für die tolle Obstverteilaktion in Oberstaufen, beim Tramperhaus für die selbstaufblasenden Isomatten und unsere Campingausstattung, bei Binder Optik für die coolen Sonnenbrillen, bei Münz Fahrzeugbau für die auffälligste Autofarbe von hier bis Ankara, bei LANG-FILM, suups und bei allen anderen, die uns mit Rat und Tat, mit Sachspenden oder ihrem vollen Körpereinsatz unterstützt haben.

Unser ganz besonderer Dank und unsere Anerkennung geht an das OK der Allgäu Orient Rallye 2011 – vor allem Daniel, Flo, Kassab, Khaled, Marlie, Nadir, Otto, Sakher und natürlich Wilfried. Ihr habt alles von Euch für unser großes Abenteuer gegeben! Danke!


SMS Nachricht vom 16.05.2011

Die Jordanier von uns fahren heute ans Tote Meer, am Abend gibt's dann ein großes jordanisches Festessen. Die Heimfahrer sind kurz vor Istanbul und haben schon zwei mal toll in der Türkei gecampt. Bis auf einen defekten Kühler (schon ersetzt) alles top !


Eilmeldung 15.05.2011 11:54 Uhr

Hurra! Wir kommen doch noch nach Jordanien!


Die Royal Jordanien Airline fliegt alle Rallyepiloten, die das Anschlussprogramm gebucht haben, kostenlos nach Amman! 8 von uns fliegen mit (Abflug mit Sondermaschine in wenigen Minuten). Jürgen, Josef, Peter und Thomas fahren mit ihren Daimlern gemeinsam zurück ins Schwabenland und suchen nach einem schönen Platz zum Campen in Kroatien.

Weitere Infos folgen!


Reisebericht vom 11.05 - 14.05.2011


Auf See


11. Mai


Unsere Fähre, die MS Tasucu, legt erst spät in der Nacht bzw. früh am Morgen ab, es ist wieder ca. 3 Uhr als wir den Hafen in Nordzypern verlassen.

Wir sind alle todmüde und verteilen uns überall im Schiff. Am nächsten Morgen kommt eine etwas ernüchternde Nachricht: anstelle der geplanten 20 – 24 Stunden rechnet der Kapitän nun mit einer Reisedauer von 36 Stunden. Der Grund ist das Schwesterschiff MS Calypso, das nur mit max. 10 Meilen/h fahren kann und an dessen Schneckentempo sich unsere (natürlich viiieeel schnellere) MS Tasucu leider angleichen muss. Und so kommt es auch, dass wir selbst nach 7 Stunden Fahrt immer noch die Küste von Zypern sehen.


36 Stunden auf dem Schiff sind auf der Aida sicherlich top, bei unserem „Luxusdampfer“ eher eine Herausforderung. Wir hoffen, dass die Situation in den sanitären Einrichtungen bis zum Ende des Trips einigermaßen stabil bleibt und dass die Mannschaft der Bordkantine genügend Lebensmittel eingekauft hat. Und wir hoffen, dass das Öl, das von der Decke (genauer: von der darüber liegenden Kommandobrücke) auf unseren Schlafplatz heruntertropft, nicht unbedingt wichtig für den reibungslosen Betrieb des Schiffes ist.


Jeder macht für sich das Beste aus der Situation: Jürgen zieht aufs Dach und schläft über den Köpfen der Crew, Nina lenkt sich mit Sudoku ab und Freddys Jordanien-Reiseführer macht beim Rest des Teams die Runde.


Um 11 Uhr gibt es über Bordfunk eine Ansage von Rallyechef Wilfried Gehr:

Die Fähre soll morgen (12. Mai) um ca. 15 Uhr in Ägypten ankommen. Wie lange die Abwicklung an der Einreise dauert, kann aber noch niemand sagen.

Und er verkündet das erste Animationsangebot an Bord (wir sind ja schließlich auf einer Kreuzfahrt!): Unter den Rallye-Teilnehmern befindet sich eine Yoga-Lehrerin und die bietet um 14 Uhr eine gemeinsame Stunde zur Tiefenentspannung an.


Der Rest des Tages verläuft ohne größere Ereignisse. Während wir es uns auf dem „Sonnendeck“ bequem machen, wird einen Stock tiefer schon bierselig „I am sailing“ gegrölt und die Kollegen aus Österreich wollen pro Stunde Fahrtzeit eine Runde Schnaps trinken.

Teile unseres Teams besichtigen die Brücke und den Maschinenraum des 1967 gebauten Schiffs und erfahren, dass es bei seiner letzten Tour Flüchtlinge aus Libyen evakuiert hat.


Verglichen mit den letzten Passagieren sind unsere Herausforderungen auf der Reise also  sicherlich nur Luxusprobleme. Dennoch ist es für viele der über 300 Rallyeteilnehmer auf dieser Fähre ein Schock, als um ca. 17 Uhr die Meldung kommt, dass im schiffseigenen Kiosk Bier und Zigaretten ausverkauft sind. Vielleicht aber auch gut so, denn die Stimmung ist noch fröhlich und es ist auch noch niemand beim Nachspielen der „Ich bin der König der Welt“-Szene aus „Titanic“ über Bord gegangen.


Kurz nach 20 Uhr bricht die Nacht über unsere ungewöhnliche Schiffsreisegruppe herein und bald schon hört man nur noch Schnarchen und Wellen…


12. Mai

Die Nacht war angenehm, der Seegang ruhig und alle haben gut geschlafen. Um 7 Uhr erwacht der Kahn langsam wieder zum Leben. Am Kiosk (in dem hat seit gestern Nachmittag eine deutsche Rallyeteilnehmerin ehrenamtlich die Geschäftsführung übernommen, binnen kürzester Zeit die Effizienz und Serviceperformance um Lichtjahre nach vorne gebracht und parallel ein Warenwirtschaftsprogramm eingeführt) gibt es immerhin türkischen Tee und das Gerücht, dass gegen später auch wieder Essbares verfügbar sein soll (woher der Nachschub kommt? Keine Ahnung!). Wir sind auf jeden Fall froh, dass wir beim Verlassen unserer Autos noch daran gedacht haben, Sauren Sprudel, Wurst und Brot mitzunehmen.


An Bord spricht sich die Nachricht herum, dass sich die Überfahrt um weitere 5 Stunden verlängern soll (damit wären wir bald doppelt so lange unterwegs wie ursprünglich gedacht). Aktuelle Prognose für die Ankunftszeit in Port Said: ca. 20 Uhr – wenn nicht noch was dazwischen kommt.

Das geschieht dann ab ca. 10 Uhr. Der Wellengang wird zunehmend stärker. Zuerst kündigt sich das mit den ersten Schaumkronen auf dem Wasser an, dann mit einem leichten Schaukeln des Schiffs. Wenig später wird es schon schwierig, geradeaus über das Deck zu laufen.

Dann brechen die ersten großen Wellen über das nach vorne hin offene Autodeck der Fähre hinein und übergießen die dort unten campenden Rallyeteilnehmer mit einem salzigen Schwall Meerwasser.


Die Wellen werden größer, das Schiff schwankt heftig auf und ab. Christoph ist inzwischen fest mit seinem Sitz verwachsen und vermeidet jede Bewegung, die seinen Gleichgewichtssinn weiter herausfordern könnte.


Überall knallen die Türen, immer mehr Passagiere postieren sich strategisch günstig vor der Toilette. Aus der läuft inzwischen Wasser über den Gang. Alles noch nicht schlimm, aber es sind noch mindestens 6 Stunden Fahrt.


Doch die Crew hat ihr Boot erstaunlich gut im Griff. Der Steuermann ist gleichzeitig auch für die Sauberkeit zuständig und schafft es, dass auch nach über 40 Stunden Betrieb kein Mülleimer überquillt und im Großen und Ganzen alles ordentlich bleibt. Auch das sollte mal erwähnt werden!

Auf einer Bank im Freien haben es sich Axel, Freddy, Hans, Nina und Ute bequem gemacht und genießen die Sonne und die frische Meeresbrise. Die täuscht jedoch auch schnell darüber hinweg, dass der Planet ordentlich sticht. Besonders Axel hat sich stark ins Rötliche verfärbt und bekommt aufgrund seiner Glüh-Birne den Spitznamen „Osram“.


Gegen 17.30 Uhr fällt uns auf, dass die Sonne mal rechts und mal links vom Schiff steht – wir fahren offensichtlich im Kreis. Wenig später meldet sich Wilfried per Funk in die Kabine. Seine Nachricht beunruhigt uns jetzt doch ein wenig: wir haben keine Einreisegenehmigung von Ägypten bekommen und darum muss unser Schiff an dieser Stelle erst einmal anhalten – mitten auf dem Meer! Kurz nach dieser Meldung wird der Kiosk gestürmt und Chipstüten und Wasserflaschen gehamstert. Der Galgenhumor bleibt uns so langsam im Hals stecken. Dazu kommt, dass Peter schrecklich Seekrank geworden ist und apathisch aufs Meer starrt. Wir erleben einen tollen Sonnenuntergang, doch niemand kann den so richtig genießen.


Um 21 Uhr folgt das nächste Update von Wilfried: der deutsche und der türkische Botschafter in Ägypten sind laut Reederei eingeschaltet und die sollen nun die Kuh vom Eis bzw. den Kahn aus dem Wasser holen.


Um 21.30 Uhr dann die nächste Durchsage: alle Bemühungen waren umsonst, in Ägypten dürfen wir nicht einreisen. Die Behörden dort begründen ihre Entscheidung mit Sicherheitsbedenken. Es gab anscheinend heute genau in dem Gebiet, das wir durchqueren wollen, einen Anschlag auf eine Pipeline. Das OK um Wilfried muss nun eine Entscheidung treffen. Sie lautet: Umdrehen, zurück nach Mersin oder Zypern (je nachdem, wie weit der Sprit reicht).


Die Allgäu Orient Rallye 2011 ist damit, auf dem Meer vor Ägypten, beendet.

Eine ganz, ganz bittere Pille nicht nur fürs OK, sondern natürlich auch für uns. Alle Anstrengungen, die monatelangen Vorbereitungen, das Entgegenfiebern, natürlich auch die vielen Ausgaben für ein Ende wie dieses? Wir sind alle enttäuscht.

Um 22 Uhr ist Besprechung mit Wilfried im Speisesaal. Hier kommt noch einmal alles zur Sprache. Die ersten Fragen drehen sich (wie nicht anders zu erwarten) mal wieder um den schnöden Mammon. Wer ersetzt den gebuchten Rückflug aus Jordanien?

Gibt’s für andere Leistungen Geld zurück? Gibt’s in der Türkei Käufer für die Autos?


Dabei haben viel dringendere Probleme: wir müssen nochmals rund 35 Stunden auf See verbringen – in einer Fähre, in der es jetzt schon für die Waschbecken kein fließendes Wasser mehr gibt und in deren Kiosk nur noch Chipstüten verfügbar sind. Und: wir befinden uns im totalen Funkloch. Das nächste Handynetz ist ca. 25 Stunden weit entfernt, in Zypern.


Für das erste Problem soll es eine Lösung geben: die Crew des Schiffes will sämtliche ihrer Lebensmittel kostenlos zur Verfügung stellen und für uns kochen.

Die Kommunikation mit der Heimat (oder auch mit den Angehörigen, die zum Anschlussprogramm nach Jordanien gereist sind) wird aber bis auf weiteres nicht möglich sein. Außerdem wird es auch in den nächsten 35 Stunden keine Dusche und kein fließendes Wasser für die Passagiere geben. Die Situation erfordert also von uns allen enorme Toleranz und Selbstbeherrschung.

Besonders für die Teams, deren Fahrzeuge auf der separaten Autofähre transportiert werden (also auch für uns) wird es eine große Herausforderung: alle unsere Anziehsachen, unsere Vorräte, Reiseapotheke etc. lagern in unseren Autos, an die wir nicht mehr rankommen.


Wir überlegen, wie es nach der Landung in Mersin weitergeht, wie wir nach Hause kommen, welche Route wir zurück fahren werden und was wir mit den Autos machen. Wir kommen noch zu keinem abschließenden Ergebnis.


Die Allgäu Orient Rallye 2011 war ein großes Abenteuer – leider ohne Kamel, ohne die lang ersehnte Wüstenprüfung und ohne die anschließende Autoreise durch Jordanien. Wir haben viele spannende, fröhliche und auch brenzlige Momente erlebt und jeden Tag genossen (naja, auf See hätten es ein paar Tage weniger sein können).

Dass unsere rasante Autorallye jetzt hier, auf dem Wasser, bei 15 km/h Schneckentempo endet ist wirklich eine Ironie des Schicksals.


13. Mai

Wir wachen gegen 8 Uhr früh auf. Heute stünde eigentlich der Besuch der weltberühmten jordanischen Felsenstadt Petra auf dem Programm – aber genug der wehmütigen „was wäre wenn“-Überlegungen. Die Realität heißt nach wie vor MS Tasucu und außer Wasser und Himmel gibt es nichts zu sehen. Jeder hat ca. eine Fläche von 1 x 2 m Platz, genau passend für unsere tollen, selbstaufblasenden Isomatten. Durch den Bordfunk kommt die Nachricht, dass es in einer Viertelstunde Frühstück gibt. Die Crew tut wirklich alles, damit wir die Reise so angenehm wie möglich erleben und gibt sich Mühe, uns ein abwechslungsreiches Frühstück anzubieten. Das besteht aus 4 Oliven, einer Achtelscheibe Tomaten, einer Scheibe Brot und einem hartgekochten Ei pro Person. Die Ration ist schnell verdrückt. Nur Peter lässt sich nicht blicken. Er hat die Nacht im Rettungsboot geschlafen und ist immer noch schwer seekrank.

Wir wissen weiterhin nicht, wie es nach der Ankunft in Mersin weiter geht.

Hans und Ute wollen nach Griechenland weiterfahren und dort ein paar Tage Urlaub machen.

Die meisten anderen müssen aber am Donnerstag wieder bei der Arbeit erscheinen und stellen sich bereits auf eine lange Heimfahrt ein (diesmal aber sicherlich mit Autobahn!).

Oder gibt es doch einen Flug nach Hause? Aber was passiert dann mit den Autos?


Um 10 Uhr ist wieder Update-Besprechung mit Wilfried. Es gibt noch nicht wirklich viele Neuigkeiten. Er geht aber davon aus, dass inzwischen wenigstens die Jordanier und der Webmaster der offiziellen Allgäu Orient Rallyewebsite über unseren Verbleib informiert sind und somit auch die Angehörigen über unseren Aufenthaltsort Bescheid wissen.

Außerdem arbeitet das OK fieberhaft an einer Möglichkeit, die Autos in Mersin einem türkischen OK-Mitglied. Kein leichtes Unterfangen, da die Türkei normalerweise hohe Zölle auf eingeführte PKW erhebt. Alle Bemühungen sind aber bislang rein theoretischer Natur, da es immer noch keine Mobilfunkverbindung gibt.


Am Abend ist die nächste Besprechung. Das OK hat in den letzten Stunden eine Lösung gefunden, wie die Rallyeteilnehmer nach Hause fliegen und ihre Autos ohne Probleme in der Türkei lassen können: der Onkel des türkischen OK-Mitglieds Nadir hat in der Nähe von Antalya einen großen Parkplatz, auf dem wir die Karossen abstellen könnten.

Die Rallyeleitung wird dann dafür sorgen, dass die Autos wie geplant einem wohltätigen Zweck zugeführt werden. Das gleiche gilt für die vielen transportierten Hilfsgüter, Spielsachen und Nähmaschinen. Die sollen am Hafen mit einem LKW abgeholt werden.

Neben des Rückflugs über Antalya gibt es noch eine zweite Möglichkeit, die Rallye ohne Heimfahrt im Auto zu Ende zu bringen: am Sonntag geht ein Flug des Rallyesponsors Royal Jordanian Airlines von Adana (in der Nähe unseres Hafens) nach Amman.

Dort könnten wir die letzten drei Tage unseres Abenteuerurlaubs verbringen und dann den von uns bereits gebuchten und bezahlten Rückflug nach Deutschland ab Amman nutzen.

Acht Teammitglieder wollen diesen Schritt versuchen, vier wollen lieber wieder mit ihren Autos heimfahren.

Um 21.30 Uhr geht auf einmal ein Raunen über das Boot. Wir haben endlich wieder Handynetz! Unglaublich, was die letzten Tage ohne Kommunikationsmittel bei uns allen anrichten: hunderte Handydisplays beleuchten das Deck, überall wird telefoniert, die Angehörigen zu Hause beruhigt oder gleich mit der Suche nach einem Billigflug ab Antalya beauftragt.

Wir erfahren, dass es inzwischen eine Facebook-Gruppe für Angehörige der „verschollenen Allgäu Orient-Rallyeteilnehmer“ geben soll. Wahnsinn, was ein paar Tage Funkloch, gepaart mit modernen Kommunikationsplattformen heutzutage alles so ins Rollen bringen.

Ab 22.30 Uhr wird es langsam still auf dem Boot. Die Österreicher sprechen einen Toast auf unsere MS Tasucu („möge sie niemals untergehen und immer weiter fahren“) aus, bevor auch sie sich schlafen legen.


14. Mai

Wir wachen auf und sehen zum ersten Mal nach 4 Tagen wieder Land. Ein großartiges Gefühl! Und es ist nicht Zypern, sondern bereits die Türkei, kurz vor Tasucu, Heimathafen unseres gleichnamigen Schiffs. Wir holen unsere Autos an der Autofähre ab, jagen sie in nur einer Stunde durch den Zoll und holen uns endlich was zu Essen! Eine Runde Dürüm für üllü – ähm – für alle! Jetzt warten wir ab, wie es weiter geht. Die Optionen:

Amann mit dem Flieger, Antalya mit dem Auto (und heim mit dem Flieger) oder den ganzen Weg zurück ins Schwabenland mit unseren Autos. Wir warten auf Informationen vom OK, das nonstop mit den Kollegen in Jordanien telefoniert.

In der Zwischenzeit geben wir unsere Nähmaschinen ab und mauern unseren Allgäuer Stein in einem spontan errichteten Monument im Hafen von Tasucu ein.

Wir halten Euch auf dem Laufenden, wie sich unsere Reisepläne weiter entwickeln!



Reisebericht 11.Tag (10.05.2011)


Nach einer endlos scheinenden Abfertigungsorgie im Hafen (jeder der über 300 Fahrzeughalter muss sich an 3 verschiedenen Schlangen anstehen und Stempel holen) und einer wilden Einparkaktion auf dem Autodeck legt unsere Fähre so gegen 3 Uhr in Tasucu ab (vielleicht war es auch schon 4, wir haben es nicht mehr mitbekommen). Die Nacht verbringen wir sitzend auf Sesseln, wie man sie auch aus Reisebussen kennt. Nur Jürgen und Peter klettern über die geparkten Fahrzeuge bis zu ihren Daimlern durch und schlafen im Auto.


Neues Teammitglied


In dieser Nacht bekommt unser Team Zuwachs: eine Kölner TV-Crew, die die Rallye bis zu diesem Zeitpunkt begleitet hat, kann nicht nach Ägypten mitreisen. Ihre Mercedes S-Klasse verschenkt sie darum an Josef, der sie an ihrer Stelle nach Jordanien überführen soll. Die Staatskarosse ist nun also unser Begleitfahrzeug. Doch wie gut ist ihr Zustand? Haben wir uns ein Sorgenkind ins Team geholt? Wer löst Jürgen in Zukunft beim Fahren ab? Und wer bezahlt den zusätzlichen Spritverbrauch? Die Reaktionen auf den neuen Wagen sind teilweise noch zurückhaltend bis skeptisch. Sehen werden wir ihn aber erst morgen, denn er ist auf einer anderen Fähre untergebracht.


Türkische Republik Nordzypern


Um ca. 9 Uhr laufen wir in den Hafen von Kyrenia ein. Wir fahren mit den Autos aus der Fähre und stellen uns auf dem Hafengelände auf. Dort wartet schon K. Simavi Asik, der Vizepräsident des „Classic and Sports Car Club of North Cyprus“. Er begrüßt uns mit einem Megafon und heißt uns alle herzlich willkommen. Die erste Überraschung: er und sein Club haben ein großes Besuchsprogramm für uns organisiert – und das mit nur 3 Tagen Vorbereitungszeit! Und – soviel sei schon mal vorab gesagt – was die Zyprioten da für uns auf die Beine gestellt haben, ist wirklich unglaublich und haut uns alle aus den Socken! Aber der Reihe nach:


Kyrenia


Nachdem jedes Auto mit zwei Lunchpaketen und Kartenmaterial versorgt wurde, geht es in Kolonne (Achtung: Linksverkehr!) und begleitet von Polizeieskorten in den malerischen alten Hafen von Kyrenia. Da erleben wir die nächste Überraschung: die offizielle Begrüßung der Rallyefahrer übernimmt Irsen Kucuk, der Premierminister von Nordzypern, höchstpersönlich! Er begrüßt uns in seinem Land und freut sich sehr, dass wir gekommen sind. Er will sich dafür einsetzen, dass Nordzypern in Zukunft immer als offizielle Etappe der Rallye aufgenommen wird.

Rallyechef Wilfried Gehr überreicht ihm als Gastgeschenk die offizielle Rallyemütze – und Äffle und Pferdle aus Plüsch! Der Premier freut sich sehr über unsere beiden Maskottchen und hält sie vor die Linsen der unzähligen TV-Teams und Pressefotografen, die an den Hafen gekommen sind. Jetzt sind Äffle und Pferdle also auch in der Türkei und Nordzypern TV-Stars!

Eine Kindertanzgruppe in landestypischer Tracht führt traditionelle Tänze vor, eine Musikgruppe spielt Folkloremusik und wir geben dem TV-Sender TRT ein Interview.

Was für ein Empfang!

Jetzt startet die offizielle Rundfahrt, die der Oldtimerclub für uns geplant hat.

Vorbei an duftenden Pinienwäldern, hinauf über kurvige Bergpässe und immer wieder entlang einer malerischen und unberührten Küste mit spektakulären Aussichten! Nordzypern, ein Land das bislang keiner von uns auf der Karte hatte, überrascht und begeistert uns und ist als künftiges Urlaubsziel fest eingeplant.


Iskele


Die Rundfahrt führt uns nach Iskele – eine kleine Stadt im Landesinneren. Dort stehen überall jubelnde Menschen an den Straßen, Kinder winken uns zu und der zentrale Platz ist festlich geschmückt. Auch hier wird für uns getanzt, wir werden von lokalen Würdenträgern begrüßt, die Frauen des Ortes haben regionale Spezialitäten für uns gekocht und jeder Rallyefahrer bekommt Blumen und lokal erzeugte Produkte überreicht. Diese Gastfreundschaft und Herzlichkeit beschämt uns fast. Wie können wir uns da nur revanchieren?


Nicosia


Die Tour geht weiter nach Nicosia (in der Landessprache Lefkosa), der Hauptstadt von Nordzypern. Hier erwartet man uns vor dem Rathaus – und wieder wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um uns zu unterhalten: auf einer großen Bühne spielt eine exzellente Band feurige Latinomusik, zwei Köche bereiten Grillfleisch zu, Kellner bringen Getränke und eine Tanzgruppe zeigt tolle Choreografien (zum Beispiel Tanz mit einer vollen Weinflasche auf dem Kopf).

Der Bürgermeister hält eine Rede in der er uns bittet, unseren Familien zu Hause von der Schönheit seiner Insel und der Freundlichkeit ihrer Bewohner zu erzählen – das muss man uns natürlich nicht zweimal sagen.

Unser Zwischenstopp in Nordzypern ist bislang die größte Überraschung auf unserer Tour.

Wir haben mit einem kurzen Trip zum Strand und langer Wartezeit am Hafen gerechnet und sind stattdessen durch das halbe Land geführt, vom Premierminister, dem Kultusminister und drei Bürgermeistern begrüßt worden und haben die Kultur des Landes und ihre kulinarischen Spezialitäten kennen gelernt. Ein hoher Staatsgast könnte kaum eine bessere Behandlung erfahren.


Das Rallye-OK hat bereits zugesichert, dass im nächsten Jahr Teams aus Nordzypern bei der Rallye starten können und dass alles getan wird, um dieses Land auch in Zukunft in die Rallye zu integrieren.


Wir plaudern noch eine Weile mit dem Cheforganisator vom Oldtimerclub, dann wird es auch schon wieder Zeit, an den Hafen zurückzukehren. Auf halber Strecke nach Kyrenia werden unsere Autos von einer Polizeieskorte erwartet, die für uns alle Straßen sperrt, damit wir rechtzeitig an der Fähre sind.


Und weil es so ein schöner Tag war, lassen wir in unserem heutigen Bericht auch Josefs erste Erfahrungen mit seinem frisch geschenkten Auto aus. Nur soviel sei erwähnt: die Freude über die Luxuslimousine ist noch schneller gewichen, als man „S-Klasse“ sagen kann…

Am Hafen wird uns ein Platz auf der reinen Autofähre zugewiesen. Wir lassen unsere Daimler zurück und gehen mit unseren Isomatten und Schlafsäcken auf das Passagierschiff. Wer Glück hat, findet einen Schlafplatz auf dem Fußboden, die anderen versuchen es wieder auf den Omnibussitzen…


Reisebericht 10.Tag (09.05.2011)


Heute kommt nur ein kurzer Reisebericht – denn wir sind gerade mal 30 km gefahren.


Aufstehen erst um 8 – der pure Luxus! Nach 8 Nächten mit wenig bis sehr, sehr wenig Schlaf dürfen wir heute mal über 7 Stunden in den Federn liegen! Wir treffen uns auf der Terrasse des Hotels, wo auch schon andere Teams in der Sonne sitzen. Axel und Thomas nutzen die Gunst der Stunde und stürzen sich ins Meer, die anderen vertreiben die Zeit mit Sudokus und Nutellabroten.

Nach diesem entspannten Moment steigen wir wieder in unsere Daimlerflotte und fahren fix nach Tasucu, einer kleinen Hafenstadt, in der unsere Zypern-Fähre vor Anker liegt.


Als wir am Hafen ankommen, erwartet uns schon das Rallye-OK und verteilt Zettel an alle Teams. Darin steht: „Leider hat die israelische Hafenbehörde die bis Mittwoch von der israelischen Regierung erteilte Schiffseinfahrtsgenehmigung zurückgenommen, nachdem sie erfahren hat, dass nicht nur deutsche Passinhaber dabei sind und das Schiff unter zypriotischer Flagge läuft“. Schade – wir hätten uns gerne auf die Reise nach Jerusalem aufgemacht.


Aber: wie fast immer im Leben gibt es auch eine gute Seite!

Denn die neue Planung des fantastischen Organisationskomitees um Rallyechef Wilfried Gehr sieht vor, dass wir nun von Zypern weiter nach Ägypten fahren!

Der neue Zielhafen Port Said liegt östlich von Alexandria. Von dort aus werden wir uns in süd-östlicher Richtung aufmachen. Die Route führt uns über den Sinai bis ans Rote Meer nach Taba. Dort aus geht es eine kurze Strecke mit der Fähre weiter nach Aqaba, Jordanien.

Wir sind begeistert – wieder ein neues, unvorhergesehenes Abenteuer, das auf uns wartet!


Jetzt heißt es aber erst mal wieder abwarten und türkischen Tee trinken, denn die Abfahrt der Fähre verzögert sich um ein paar Stunden. Das stört uns aber überhaupt nicht, denn dies ist die Gelegenheit, endlich mal mit anderen Teams über deren Erlebnisse während der Rallye zu plaudern und mehr vom leckeren türkischen Essen zu genießen.


Morgen erwartet uns ein Tag Aufenthalt in Zypern. Als einzige Aufgabe müssen wir dort einen Laden finden, in dem wir unsere Beweisfotos fürs Roadbook entwickeln lassen.


Vorab schon mal eine kleine Info an alle treuen Leser unserer Reiseberichte:

Durch die lange Überfahrt kann es sein, dass wir in den kommenden zwei Tagen den Blog nur spärlich updaten können – keine Ahnung, ob unser Kahn (der auf dem Foto) so was wie WLAN hat. Wir hoffen aber auch, dass an Bord der Fähre nichts passiert, über das es sich zu schreiben lohnt.



Reisebericht 9.Tag (08.05.2011)


Zwischen Midyat und Mardin


Der neue Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel – perfektes Autowetter! Heute fahren wir die letzte Türkei-Etappe unserer Rallye. Das Ziel: Mersin, eine Küstenstadt, die rund 650 km von unserem aktuellen Standort entfernt liegt.

Dort fährt heute Abend die Fähre ab, die alle Rallyeautos nach Zypern und dann weiter nach Israel bringen soll. Diese Fähre müssen wir natürlich unbedingt erreichen.

Doch ausgerechnet jetzt haben wir einen akuten Notfall am Auto von Freddy und Peter:

Bei der gestrigen Schlagloch-Safari durch die Berge Anatoliens hat der Daimler einen starken Schlag abbekommen und ist ernsthaft beschädigt worden. Die Hinterachsaufhängung ist an einer Stelle gebrochen und muss dringend geschweißt werden. Das geht aber nur in einer Werkstatt. Wir fragen uns in jedem Ort auf der Strecke durch und kommen an zahlreichen heruntergelassenen Toren vorbei. Wir haben Pech: es ist Sonntag und keine einzige Werkstatt hat geöffnet. So schaffen wir in den ersten zwei Stunden gerade mal 80 km – und finden keine Lösung. Wir diskutieren über Funk, was wir jetzt tun. Wir entscheiden, dass wir uns trennen, falls keine Werkstatt mehr kommt. Dann könnte das Unfallauto die gut ausgebaute Autobahn bis Mersin nehmen und der Rest vom Team auf den Landstraßen weiter fahren.

Denn jedes weitere Schlagloch, jede Bodenwelle könnte für den Wagen sonst das Aus bedeuten.

Doch dann kommt es mal wieder anders als geplant. Auf offenem Feld, am Rand der Landstraße, sieht Peter im Vorbeifahren an einer Hütte eine offene Tür und eine blaue Kiste. „Da könnte ein Schweißgerät drin sein“ denkt er sich und hält an. Und tatsächlich: das war ein Volltreffer! Die Männer in diesem Schuppen können helfen und machen sich sofort ans Werk. Nach einer Stunde sind sie fertig und die Aufhängung ist wieder angeschweißt. Nach einem gemeinsamen Tee und dem Austausch von Geschenken

(Werkzeugkoffer und Gaskartuschen für die Männer, Äffle und Pferdle für den Junior) geht es endlich weiter. Wieder mal ist alles gut ausgegangen!

Inzwischen zeigt das Thermometer 25 Grad an, so haben wir uns das Wetter in der Türkei vorgestellt! Wir bleiben zusammen und können weiter in unserer 6er-Formation (die wir erstaunlicherweise seit Oberstaufen einhalten) fahren.


Mardin - Mersin


An einer Tankstelle auf dem Weg erhalten wir den perfekten Rundumservice: nach dem Tanken gibt’s eine gratis Autowäsche für unsere völlig verdreckten Boliden, während parallel am Auto von Axel und Stefan ein Reifen (eingefahrener Nagel) repariert wird. Danach gibt’s mal wieder – richtig! – Tee für alle! Nur nach Payback-Punkten hat uns keiner gefragt…

Die restliche Strecke (rund 500 km) verläuft friedlich und ohne Probleme. Erneut überrascht uns die Türkei mit einer großartigen Naturkulisse und abwechslungsreichen Landschaften.

Wir staunen über die Schönheit des Landes und die große Vielfalt.


Mersin


Gegen 20:00 Uhr erreichen wir den Hafen von Mersin, an dem sich schon zahlreiche Teams tummeln. Vor Ort bekommen wir ein Schreiben vom OK ausgehändigt, in dem steht, dass sich die Fähre verzögert hat und dass wir erst morgen um 15 Uhr in Richtung Zypern ablegen werden – und zwar von einem  anderen Hafen (ca. 80 km entfernt).

Kein Problem – dann machen wir uns eben einen schönen Abend in Mersin. Wir essen in einem genialen Restaurant zu Abend. Dort bekommen wir eine ganze Tafel voll mit dem Besten der arabischen und türkischen Küche aufgetischt. Ein großer Genuss! Zufrieden fahren wir danach noch ein Stück in Richtung Hafen weiter und suchen uns ein kleines Hotel (10 EUR pro Nase) mit Blick aufs Meer. Heute wollen wir alle mal so richtig ausschlafen!


Reisebericht 8.Tag (07.05.2011)


Bei Kayseri


Der Tag beginnt mal wieder in aller Frühe: aufstehen um 04.30 Uhr, damit wir unsere heutige Mega-Etappe überhaupt schaffen. Vier Autos haben in Kayseri in einem Hotel übernachtet, die von Axel&Stefan und Jürgen&Josef stehen 40 km weiter an einer Tankstelle, wo die vier gecampt haben.

Wir treffen uns in einem Café neben der Tanke zum Frühstück und lernen dabei, dass in einen türkischen Tee (Schnapsglasgröße) mindestens 5 Stück Würfelzucker gehören.

Wir sind mal wieder in Zeitdruck, da bereits morgen Abend die Fähre in Mersin abfährt. Das liegt eigentlich gar nicht so weit weg von unserem jetzigen Aufenthaltsort. Aber das Roadbook will, dass wir zuerst noch mal ganz weit in Richtung Osten fahren, nach Midyat in der Nähe der syrischen Grenze.(von dort aus sollte es dann eigentlich nach Syrien gehen, tut es aber jetzt nicht mehr). Das bedeutet über 1.200 km in den nächsten zwei Tagen. Und im Roadbook steht vielsagend, dass wir für die heutige Etappe keine schweren Aufgaben bekommen, da die Straßen selbst Sonderprüfung genug seien. Und das war keine Übertreibung…


Schneeflöckchen Weißröckchen:


War es in Kayseri schon ziemlich nasskalt (ca. 4 Grad), so wird das Wetter mit jedem weiteren Kilometer noch ungemütlicher. Die Außentemperatur sinkt ständig und es beginnt zu graupeln. Als uns die ersten schneebedeckten LKWs entgegenkommen, wissen wir, dass uns eine harte Tour bevorsteht. Kurz darauf sind wir schon selber mitten im Schneeschauer, es hat mittlerweile Minus 1 Grad. Wir befinden uns auf über 2300 m und mitten im Winter. Die vielen Schlaglöcher auf der Straße und der Schnee erfordern höchste Konzentration von allen Fahrern. Besonders Josef muss aufpassen, da er als einziger von uns Sommerreifen aufgezogen hat. Wir schleichen über die Bergpässe Zetralanatoliens und jeder zählt beim Anblick der verschneiten Landschaft insgeheim noch mal die eingepackten langen Hosen und Pullis – kaum einer braucht dafür beide Hände.


Malatya bis Midyat


Als wir die Berge hinter uns lassen geht es langsam wieder aufwärts. In Malatya hat es schon wieder 9 Grad, Tendenz weiter steigend. Kurz hinter Elazig stoppen wir an einem idyllischen See und essen frisch gefangene Forellen in einem Restaurant – nicht zu lange, den Midyat ist noch ein paar hundert Kilometer weg und wir wollen alle keine weitere Nachtfahrt mehr. Außerdem müssen wir in Midyat noch jemanden finden, der uns ein Wahrzeichen der Stadt, ein 1.200 Jahre altes Haus, zeigt. Weiter geht es durch Diyarbakir und Mardin. Auf dem Weg bestaunen wir ein weites Land mit einer schroffen Bergkulisse. Und wir sehen ländliche Gebiete, in denen Kinder auf Eseln reitend die Kühe hüten – eine ganz andere Seite der Türkei.

Am späten Vormittag hat Nina übrigens wieder Anspruch auf das Steuer des Rallye-Daimlers angemeldet. Die Schmerzen im Fuß sind so gut wie weg und sie will dringend wieder Gas geben. Und auch die Sonne feiert ein Comeback. Bei blauem Himmel und 14 Grad fahren wir in Midyat ein. Das historische Gebäude finden wir recht schnell, jubelnde Kinder begrüßen uns am Straßenrand und wir bekommen direkt einen Parkplatz vor dem Gebäude zugewiesen.

Vor über 1.200 Jahren wurden es als Kloster errichtet und wir werden durch erstaunlich gut erhaltene und beeindruckende Gewölbe geführt. Heute ist in dem alten Gemäuer ein luxuriöses Hotel mit tollem Restaurant und einer traumhaften Dachterrasse untergebracht. Es gehört dem Vizepräsident von Fenerbahce Istanbul. Leider können wir hier nicht übernachten, das würde das vorgegebene Rallyebudget von 11,11 EUR pro Übernachtung sprengen.

Stattdessen fahren wir wieder aus der Stadt heraus und finden einen tollen Platz zum Campen unter klarem Sternenhimmel. Die Landschaft erinnert mit ihren roten Felsen sehr an alte Karl May-Filme. Derartig inspiriert verabreden wir, dass wir uns genau hier bei Sonnenaufgang wieder treffen – allerdings nicht zum Duell, sondern zum Frühstück…


Reisebericht 7.Tag (06.05.2011)


Ankara


Nachtrag zu gestern:

Die Aufgabe, uns samt Steine auf dem höchsten Sitz der Tribüne im Hypodrom zu fotografieren, hört sich ganz einfach an – ist es auch und vor lauter Glück über die lässig gelöste Prüfung endet Ninas Hopserlauf auf dem Bordstein mit einem umgeknickten Knöchel. Unglücklicher kann das Timing gar nicht sein. Es folgen kalte Wickel, Heilsalbe und aufmunternde Sprüche – aber Auto fahren ist erst mal nicht mehr möglich.

Während sich Daniel mit Freddy und Ute in Ankara auf die Suche nach Internet und Essbarem machen und das Schrauber-Team sich weiter um Stefans und Hans Auto kümmert, kommt Flo vom OK mit tollen Neuigkeiten vorbei: Das OK-Team um Rallyechef Wilfried Gehr hat es tatsächlich geschafft, für uns folgenden Weg nach Jordanien zu finden:

Mit zwei Fähren und einem Personenschiff geht es am 8. Mai nach Zypern, von dort aus weiter nach Israel – vielleicht sogar mit kurzem Jerusalem-Aufenthalt – und schließlich nach Jordanien.

Die Fähre ist sehr kostspielig, aber die Türkei ist so begeistert von der gesamten Rallye, dass sie nahezu die Hälfte der anfallenden Kosten übernimmt (über 150.000 EUR). Wir sind hin und weg bei so viel Gastfreundschaft und das phänomenale Organisationsgeschick der Rallye-Leitung begeistert uns. Wo ein Wilfried ist, ist auch ein Weg…


Inzwischen ist auch das Problem bei den Autos von Axel&Stefan (kein Defekt sondern einfach Überlastung) und Hans&Ute (ein neuer Hinterreifen) behoben und wir ziehen uns am Ende eines weiteren, abenteuerreichen Tages zufrieden in unsere Kofferräume und Zelte zurück.


Jetzt aber zum heutigen Tag:

Ankara – Kayseri


Am Morgen treffen wir im Hyppodrom den türkischen Minister für EU-Angelegenheiten Egemen Bağış, dem jedes Team ein Gastgeschenk aus seinem Heimatland überreicht. In unserem Fall sind es unsere beiden plüschigen Nationalhelden Äffle und Pferdle, die der Minister strahlend entgegen nimmt „my daughter will like them!“.

Stefan nutzt im Anschluss die Gelegenheit und das Mikrofon, um einen alten Schulfreund, der zufällig auch bei der Rallye mitfährt und den er seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, auszurufen. Der verdutzte Kerl macht große Augen und die beiden verabreden sich auf ein Bierle nach der Rallye.

Dann ruft Stefan auch gleich noch alle Teams, die Krücken dabei haben auf, diese der Patientin im Äffle und Pferdle – Team auszuleihen und keine 5 Minuten später hat Nina bereits mehr Krücken als Beine zur Auswahl. Wie nett – Grüße und vielen Dank an das Team „Wüstenpfadfinder“! Trotzdem hält sie sich bei dem zweiten anstehenden Le Mans Start noch zurück. Nach einer wilden Runde mit allen Autos geht es weiter Richtung Osten.


Hinter Gittern


Auf halbem Weg nach Kayseri schießt plötzlich ein goldener Honda von hinten an, kriecht Peter lichthupend in den Auspuff, fährt immer wieder zick-zack und schert dann abrupt nach rechts aus. Dabei bleibt er mit seiner hinteren Stoßstange an Josefs Auto hängen, der sich auf der rechten Spur befindet. Große Aufregung – die Polizei wird verständigt. Jeder meint, der andere hat Schuld. Wir fahren in Begleitung von zwei Streifenwagen zum nächsten Polizeirevier. Keiner dort spricht deutsch oder englisch. Uns ist nicht ganz wohl bei der Sache und wir bitten das türkische OK-Mitglied um Übersetzungshilfe. Dabei stellt sich heraus, dass der Unfallort gar nicht mehr im Zuständigkeitsbereich der lokalen Polizei liegt, weshalb wir zur Kaserne der Militärpolizei eskortiert werden. Meterlange Zäune und schwer bewaffnete Soldaten geben uns zunächst ein mulmiges Gefühl. Wir wollen nichts wie weg. Was dann geschieht, überrascht uns: Wir werden erstmal zum Tee eingeladen und der ist wirklich sehr gut. Die Soldaten scharen sich um uns und wir verständigen uns lebhaft mit Händen und Füßen. Neugierig verfolgen sie unsere Route auf der Karte und lassen sich die Rallye-Idee erklären, wir trinken weiter Tee. Während drinnen noch verhandelt wird, stellen sich die Soldaten draußen vor unserer blauen Flotte zum Gruppenfoto auf. Wir sind total begeistert von der Freundlichkeit und Offenheit des türkischen Militärs uns gegenüber. Der kleine Verkehrszwischenfall wird entspannt beigelegt und jeder ist zufrieden. Josef macht noch eine Erste-Hilfe-Reparatur an der Stoßstange seines Unfallgegners und gibt ihm einen kleinen Reparaturkostenzuschuss sowie eine Tüte Äffle und Pferdle-Fruchtgummis auf den Weg. Als wir aufbrechen, hat jeder von uns rund fünf Becher Tee getrunken. Da es hier zum guten Ton gehört, angebotenen Tee anzunehmen und wir auf keinen Fall unhöflich sein wollen – schon gar nicht gegenüber der Militärpolizei, wagen wir es nicht, abzulehnen. Die gesamte Militärpolizei winkt uns zum Abschied und auch der bewaffnete Soldat am Tor lächelt uns zu, Josef nimmt noch einen Tee für unterwegs mit. Fünf Minuten später zwingt uns der viele Tee bereits zum ersten Zwischenstopp.


Göreme


Trotz einiger verlorener Zeit lassen wir uns das Weltkulturerbe in Göreme nicht entgehen. Uns bietet sich ein beeindruckender Anblick, der sich kaum mit Worten beschreiben lässt.

Nina muss leider auf Grund Ihrer Verletzung im Auto zurückbleiben, während die anderen die bizarre Sandsteinlandschaft mit ihren in den Fels gemeißelten Höhlenwohnungen erkunden.

Direkt ums Eck hat Yücel Kardesler sein uriges Lokal „World of Kebab“ und lässt mit fantastisch gewürzter Hausmannskost unsere Herzen höher schlagen. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der leckeren Küche, sondern auch wegen seiner einzigartigen, in den Stein gebauten Restaurant-Höhle.

Wir machen uns weiter auf den Weg nach Kayseri, als Hans und Ute plötzlich einen Platten haben. Nach so einem Tag sind das allerdings Peanuts für uns - fünf Minuten später geht die Fahrt schon weiter…

Jetzt wird es Zeit, dass wir ins Bett kommen, denn die morgige Abfahrtzeit ist für 05:00 Uhr geplant.


Reisebericht 6.Tag (05.05.2011)


Istanbul – Ankara


Die Nacht im Hotel war fein – nach dem vielen Regen endlich mal im Trockenen!

In der Tiefgarage wird begutachtet, ob beim Hängenbleiben an der Decke ein größerer Schaden entstanden ist. Doch außer ein paar leicht verbeulten Benzinkanistern (gutes Bundeswehr-Material!) und einem kaputten Spanngurt ist bei uns ist nichts weiter passiert.

Die Decke hat mehr unter unserer Begegnung gelitten: überall auf dem Autodach liegen Gips und Gestein. Wir düsen lieber schnell davon.

Am Hafen holen wir Axel, Josef, Jürgen, Peter und Stefan ab, die trotz verlockendem Hotelzimmer lieber die Nacht auf einem Schotterplatz am Hafen verbracht haben. Wieder komplett geht es bei Regen und 12 Grad in Richtung Ankara. Wir kommen erstaunlich gut aus Istanbul raus – vom berüchtigten Verkehrschaos haben wir nichts mitbekommen. Auf halber Strecke meldet Thomas, dass wir jetzt die ersten 3.000 km hinter uns gebracht haben – das macht einen Schnitt von fast 600 km am Tag.

Um die Mittagszeit machen wir in einem Dorf Halt. Wir bekommen türkischen Tee und Kaffee serviert und essen frisch gemachte Köfte (Brot mit Hackfleischbällchen und Salat drauf, also praktisch ein türkischer Burger). Auf dem Parkplatz steht ein LKW mit kleinen Kälbchen auf der Ladefläche. Der Fahrer bietet Josef spontan eines der Kälber zum Kauf an, aber leider ist der Daimler schon voll beladen.

Auf dem Weg setzt Hans einen Notruf ab. Sein Auto ist in den Kurven total instabil und droht auszubrechen. Ein Problem, das es schon seit längerer Zeit gibt, das aber jetzt zu eskalieren droht. Woran liegt es? Am Reifendruck? An der Felge? In Ankara soll das Problem genauer untersucht werden.


Ankara


Kurz vor Ankara hört endlich mal der Regen auf und die Wolkendecke reißt sogar an ein paar Stellen auf. Im Roadbook steht, dass wir heute auf die Burg gehen und einen Tee bestellen sollen. Das ist doch mal eine schöne Aufgabe!

Auf dem Burghof meldet sich Stefan mit Kupplungsproblemen. Irgend etwas stimmt nicht, die Kupplung fällt voll durch, das Pedal  bleibt am Boden hängen. Wir gehen erst mal auf die Burg und hoffen, dass es später wieder besser klappt.

Von der Burg hat man einen atemberaubenden Blick über die Hauptstadt, wir machen viele Fotos. Oben treffen wir ein Team der „Autodoktoren“ von VOX. Sie fahren die Rallye mit und stehen als Ansprechpartner in Notlagen zur Verfügung. Ihre Diagnose:

Die Bremsflüssigkeit (die auch in der Kupplung zum Einsatz kommt) ist zu alt, sie hat Wasser gezogen und hält große Hitze nicht mehr aus. Das erklärt auch das Stefans Bremsversagen in Kroatien. Durch Bremsflüssigkeitstausch sollte sich das Problem wieder beheben lassen. Wir brauchen also eine Werkstatt, die uns hilft.

Inzwischen versinkt auch die Sonne über der Stadt und wir begeben uns Richtung Hippodrom, wo heute unser Fahrerlager ist. Unsere Technikcrew diskutiert, wie es mit dem Auto von Stefan und Axel weiter geht. Jetzt noch eine Werkstatt suchen? Oder warten, bis das Problem erneut auftritt und dann abschleppen? Selber was machen? Thomas legt die Stirn in Falten: „Der kommt so nicht mehr weit…“


Reisebericht 5.Tag (04.05.2011)


Grenzübergang Griechenland – Türkei


Der neue Tag beginnt da, wo der alte aufgehört hat: an der  stark gesicherten Grenze zwischen Griechenland und der Türkei. Und in diesem Niemandsland sitzen wir über eine Stunde fest.

Normalerweise kein Drama – doch wir wollen ja noch bis Istanbul durchkommen und da schmerzt jede Minute, die wir stehend verbringen.

Die Abfertigung zieht sich eine gefühlte Ewigkeit hin, jeder einzelne Pass wird minutenlang geprüft. Beim vorletzten Auto (Nina und Daniel) dann eine weitere Herausforderung: weil Nina einen österreichischen Pass hat, gelten für sie andere Vorschriften als für unser restliches Team: sie braucht ein Visum! Und der zuständige Beamte macht noch mindestens eine Stunde Pause – so schaffen wir es nie bis Istanbul! Nina muss aus dem Auto aussteigen und alleine an der Grenze warten. Dieser Anblick erweicht dann doch noch das Herz eines Grenzers und er zitiert seinen Kollegen her. Danach geht es dann ganz schnell, nach nur 20 Minuten ist der erlösende Stempel da. Und wir haben wieder was gelernt.


Türkei


Unsere Karawane zieht weiter. Wir hoffen, dass wir gegen 4 Uhr in Istanbul ankommen. Durch sintflutartige Regenfälle werden wir aber immer wieder aufgehalten, kommen oft nur im Schneckentempo weiter.

Dazu kommt die Müdigkeit, die sich nun langsam in den Autos breit macht. Wir müssen mehrmals die Fahrer wechseln und kurze Pausen machen. Jetzt spüren wir alle das Schlafdefizit der vergangenen Tage. Aber so haben wir’s gewollt und das ist schließlich auch eine Rallye! Also Zähne zusammen und weiter.


Istanbul


Bei der Ankunft in Istanbul ist es dann schon 5 Uhr früh, pünktlich zum Ruf des Muezzins fahren wir in über das Kopfsteinpflaster der Altstadt. Der Anblick dort entschädigt uns dann aber für alle Strapazen: denn das Fahrerlager, in dem sich alle Autos treffen, haben die Rallye-Organisatoren DIREKT ZWISCHEN DER BLAUEN MOSCHEE UND DER AYASOFYA aufgebaut! Der Anblick von Istanbuls Wahrzeichen bei Nacht haut uns wortwörtlich um und wir schlafen wie unsere Rallye-Steine augenblicklich tief und fest in unseren Autos ein. Einer nicht: Jürgen wird beim Zeltaufbau vom Regen überrascht und macht daraufhin lieber einen frühmorgendlichen Spaziergang.

Der führt ihn direkt in ein Hamam, wo er sich einer ausführlichen Wellnessbehandlung unterzieht. Die scheint gut zu wirken – denn er schläft direkt im Hamam ein und wacht erst nach vier Stunden wieder auf.

Der Rest der Truppe ist schon etwas früher wach, um kurz vor 9 sind alle wieder auf den Beinen und machen sich an die anstehenden Roadbook-Aufgaben: Hier was farbig ausdrucken und laminieren, dort einem Türken aus Istanbul eine Flasche Allgäuer Bier schenken, alles per Foto und Postkarte dokumentieren und zusätzlich die Fußball-Hymne vom einheimischen Kult-Fußballclub Fenerbahce ausfindig machen und auswendig lernen (die Melodie erinnert übrigens stark an „Eviva Espana“).Wir teilen uns auf und haben alle Aufgaben am Vormittag erledigt. Im Fahrerlager werden wir von unzähligen Einheimischen und Touristen bestaunt und fotografiert. Der Anblick von über 300 bunt beklebten Rallyeautos in der Altstadtkulisse ist aber auch wirklich faszinierend! Am Nachmittag können wir uns einer der aufregendsten Sonderaufgaben stellen: Großer „Le Mans“-Massenstart aller Teams von der blauen Moschee runter zum Bosporus.

Natürlich ist es unser Ziel, dort mit allen sechs Autos in Kolonne anzukommen und somit gilt es, während der Fahrt immer dicht an der Stoßstange des Vordermanns dran zu bleiben. In Istanbul kein leichtes Unterfangen, aber es klappt  tatsächlich und es macht einen Heidenspaß!

Wir schaffen es auf die erste Fähre und setzen mit ihr in den asiatischen Kontinent über.

Runter vom Boot, rauf auf die Straße, wir jagen weiter durch die Stadt. Endlich mal die Hupe benutzen, endlich mal Stoppschilder überfahren, endlich mal rechts überholen – in dieser halben Stunde brechen wir mehr Verkehrsregeln als in unseren bisherigen Autofahrerleben. Wir stoßen damit aber bei der Mehrheit der Einheimischen auf Nachsicht – die Rallye ist selbst in einer Stadt wie Istanbul eine Attraktion und wird sehr positiv aufgenommen.

Unser Ziel: das Stadion von Fenerbahce Istanbul. Dort sollen wir den frisch einstudierten Marsch vorsingen und einen Wimpel unseres heimischen Fußballvereins überreichen.

Es findet gerade ein Spiel der Fenerbahce All Stars gegen ein Team der Formel 1 (die am Sonntag in Istanbul startet) statt. Wir schauen die erste Halbzeit an und tragen danach die Vereinshymne vor der Jury vor. Natürlich können wir mit unseren Engelsstimmen überzeugen. Es ist 21 Uhr und wir sind fertig für heute. Jetzt schnell ab ins Bett! Doch wo?

An der Istanbul Marina (Tipp vom OK) sind bereits alle Plätze belegt.

Daneben gibt es einen Schotterparkplatz, auf dem wir ein anderes Team treffen.

Doch für viele von uns ist nach dem Höllenritt des Vortages und den nur drei Stunden Schlaf der Wunsch nach einem richtigen Bett und einer Dusche größer. Thomas und Daniel machen sich im Auto auf Hotelsuche und gehen im Dschungel der Stadt verloren. Erst nach 1,5 Stunden Hotelsuche (fast alle sind belegt oder zu teuer) werden sie fündig. Also schnell zurück, die anderen abholen. Bei der Einfahrt in die Hotelgarage bleiben zwei Autos mit ihren riesigen Dachaufbauten an der Decke hängen. Wir haben aber bereits orientalische Gelassenheit im Blut und machen uns darum heute keine Sorgen mehr. Den Schaden schauen wir erst morgen an, jetzt geht’s erst mal ins Bett….


Reisebericht 4.Tag (03.05.2011)


Mazedonien


Die Nacht im Hotel Aruba hat uns allen gut getan. Trotz kurzem Schlaf fühlen wir uns dank weicher Betten und heißer Duschen wie neu geboren.

Genau wie uns geht es auch zwei anderen Teams, die es letzte Nacht noch ins Hotel geschafft haben. Die Kaffeetrinker unter uns nutzen die Gelegenheit und füllen ihre Koffeinspeicher wieder auf, dann geht es bei strömendem Regen los in Richtung Griechenland. Wasser spritzt links und rechts an den Autos hoch, oft bis auf Dachhöhe, ein Riesenspaß!


Griechenland


Um kurz  nach elf sind wir an der Grenze zu Griechenland, um kurz nach zwölf sind wir drüber. Das liegt aber nicht an der Wartezeit, sondern an der Zeitumstellung, die Griechen sind uns eine Stunde voraus. Wir freuen uns auf traumhafte Strände, Fetakäse, Olivenöl und Bouzoukiklänge. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt, denn es ist nasskalt (12 Grad, Regen) und die Küste kommt erst in ca. 3 Stunden. Und auch als wir dort ankommen bleibt es neblig, regnerisch und kalt. Baden wird heute wohl nix mehr! Wir folgen der Strecke weiter in Richtung Kavala.

An einer Tankstelle wird uns dann unser Zeitproblem erst so richtig bewusst. Im Roadbook steht, dass wir heute in Istanbul ankommen sollen, allerspätestens morgen Mittag – denn um 16.16 Uhr ist großer Massenstart vor der Blauen Moschee. In unserer Streckenplanung sind wir davon ausgegangen, dass dieser erst am 05. Mai stattfindet, also einen Tag später (dies war mal eine Information vom OK). Wir beginnen eine leidenschaftliche Diskussion, wie wir nun verfahren sollen. Es gibt eigentlich nur zwei Optionen:


1.: die Übernachtung in Griechenland ausfallen lassen und durch die Nacht weiter auf Nebenstraßen bis Istanbul durchfahren.


2.: noch schneller: rauf auf die Autobahn und wenigstens in Istanbul noch eine Runde Schlaf erwischen.


Wir entscheiden uns für Variante 1 - sie ist zwar total unbequem und nach mehreren aufeinander folgenden kurzen Nächten auch nicht wirklich gesund, doch nur sie entspricht dem Geist der Rallye – und den wollen wir nicht für ein gutes Abendessen und eine entspannte Autobahnfahrt opfern.

Also rauf auf die Straße und weiter geht’s – es sind noch mehrere hundert km bis nach Istanbul und es wird schon wieder dunkel.


Nachtrag


Gegen halb zehn knurrt uns allen der Magen dermaßen, dass wir die Variante 1 doch etwas abändern und uns Zeit für ein gutes Abendessen nehmen:

In Alexandroupolis, einer schönen Küstenstadt 60 km vor der Grenze, soll es sehr gute Tavernen geben. Wir folgen diesem Tipp und kommen so zu unserem ersten gemeinsamen Abendessen seit Rallyebeginn. Wir bekommen wunderbare Spezialitäten aufgetischt und sind sehr froh über diesen schönen Moment der Entspannung.

Doch bald heißt es wieder ab in die Autos und die letzten Kilometer Richtung Türkei fressen.

Um Mitternacht erreichen wir die Griechisch-Türkische Grenze. Dort erwartet uns eine weitere Herausforderung, die unser Ziel, Istanbul noch in dieser Nacht zu erreichen in weite Ferne rückt….


Reisebericht 3.Tag (02.05.2011)


Kroatien


Nachdem wir am gestern viel Zeit verloren haben, stehen wir heute extra früh (kurz vor 6) auf. Zwei Furchtlose (Jürgen und Daniel) wagen sich sogar unter die eiskalte Dusche. Unser erstes Ziel: vom Campingplatz in Podgora wollen wir zunächst bis Dubrovnik fahren und dort frühstücken. Die dalmatische Küste präsentiert sich von ihrer besten Seite und wir genießen wieder jede neue Kurve. In Dubrovnik suchen wir zunächst lange nach einem geeigneten Parkplatz für unsere 6 Autos und durchqueren dabei mehrmals die traumhafte Altstadt. Hier würden wir gerne länger bleiben, doch wir haben noch zu viel Strecke vor uns.


Montenegro

Nach kurzem Stopp geht’s darum weiter nach Montenegro (natürlich mit Foto an der Grenze). Kurz nach der Grenze halten wir in Herceg Novi. Während die eine Hälfte in einem Café die weitere Route bespricht und zudem nach dem serbischen Wort für „Drosselklappe“ sucht (eine Aufgabe aus dem Roadbook), fahren Thomas und Christoph in eine Werkstatt, um ein Ersatzteil für ihr letzte Nacht provisorisch repariertes Auto zu besorgen. Das gibt es dort aber nur im Tausch gegen die zwei Äffle und Pferdle-Plüschfiguren, die vorne im Cockpit sitzen und die der Werkstattmeister für seine Kinder möchte. Wir wünschen den beiden viel Spaß in ihrem neuen Zuhause…

Die Küstenstraße von Montenegro besticht durch hohe, zerklüftete Felsen, die fast direkt ins Meer reichen und überrascht mit natursteingemauerten Häusern, die ein wenig an Schottland erinnern. Später erreichen wir das Hinterland und nähern uns Albanien. Die letzten Kilometer bis zur Grenze Montenegro-Albanien fahren wir über Straßen, die sehr an Feldwege erinnern, nur für Kühe und Schafe müssen wir ab und zu kurz anhalten. Wie aus dem Nichts taucht dann ein modernes Grenzgebäude mit EU-Flagge auf.


Albanien

Hinter der Grenze (Foto haben wir natürlich nicht vergessen!) erwartet uns eine andere Welt:

Menschen auf Mulis, mit Eselskarren, Männer, die einzelne Kühe an der Straße entlang führen und viel Armut. Aber wir treffen auch viele freundliche Gesichter und ein stolzes Land, in dem an jeder möglichen Stelle die albanische Flagge gehisst wird.

Entgegen dem, was wir aber zuvor gehört haben, ist unsere Straße Richtung Hauptstadt aber größtenteils in einem ordentlichen Zustand (Betonung auf größtenteils).

Wir haben vor, unterwegs noch einen Abstecher in ein albanisches Kinderheim zu machen, dass von Nonnen geleitet und von der Jürgen Wahn Stiftung unterstützt wird (deren Kinderheim in Syrien wir jetzt ja nicht mehr wie geplant besuchen können). Auf dem Weg Richtung Tirana verpassen wir die entsprechende Abfahrt und fahren 20 km zu weit.

Kurze Diskussion am Straßenrand: wie weiter machen?? Wir haben eigentlich keine Zeit,

aber die Kinder wollen wir unbedingt besuchen –wir haben ja auch extra viele Spielsachen an Bord. Zur Not müssen wir eben eine Roadbook-Aufgabe ausfallen lassen...

Also zurück zur Abfahrt und tief hinein ins Hinterland, eine verlassene Bergstrecke hinauf. Doch entweder haben wir Pech mit der Karte oder eine falsche Adresse notiert. Denn nirgendwo ist das Kinderheim in Sicht. Trotz Hilfe von drei Jungs auf dem Moped und zwei weiteren Einheimischen müssen wir aufgeben – in der Gegend gibt es nicht ein Haus.

Enttäuscht schlängeln wir uns den Berg hinunter, es wird bereits dunkel.

Wir haben 2,5 Stunden umsonst geopfert und sind auf einmal wieder deutlich hinter unserem Zeitplan. Mist! Wir fahren in die Nacht hinein und versuchen, so viel Strecke wie möglich zu machen. Die Spielsachen werden wir ganz bestimmt noch woanders verteilen!

In Albaniens Hauptstadt Tirana kämpfen wir uns trotz später Stunde durch ein wildes Verkehrschaos mit mehrspurigen Kreisverkehren und rasanten Spurwechseln. Während einer solchen Aktion verlieren wir zwei Autos, auch der Funkkontakt reißt ab. Über Handy lotsen wir die Abgehängten her und verlassen die Stadt, von der wir in der Dunkelheit leider viel zu wenig gesehen haben. Denn unser Ziel für heute bleibt trotz Kinderheim-Panne das gleiche: wir wollen Mazedonien noch erreichen. Wir fahren mit quietschenden Reifen Richtung Elbasan.


Mazedonien

Kurz vor Mitternacht haben wir die Grenze erreicht. Zum ersten Mal wird auch unser Gepäck kontrolliert. Bei Regen machen wir unser Grenzfoto und haben nur noch ein Ziel: nix wie ins Bett! Zuerst wollen wir an einer Tankstelle campen – doch dann finden wir tatsächlich noch ein Hotel, das Platz für uns hat! Das 4-Sterne (Landeskategorie!!!) Hotel Aruba gewährt uns einen großzügigen Rabatt: da wir zu zwölft kommen und die Nacht schon halb vorbei ist gibt’s einen Sonderpreis von 10 EUR pro Kopf.

Wir fallen erschöpft aber trotzdem zufrieden ins Bett: wir haben trotz Allem unser Tagesziel erreicht! Morgen geht es ab nach Griechenland…


Nachtrag:

Albanien-Autofahrertips für Anfänger.

Bitte immer vorbereitet sein auf:

  • Gegenverkehr bei Nacht ohne Licht
  • Extrem langsamer Gegenverkehr (Traktoren, Eselskarren) (bei Nacht ohne Licht)
  • Fußgänger auf der Schnellstraße (gerne auch mit Kindern oder Fahrrädern)
  • Kamikaze-Überholmanöver der Einheimischen
  • Schlaglöcher, mit ½ m Tiefe
  • LKWs mit ungesicherter Ladung (30t Bagger ohne eine Verzurrung)
  • Völlig überladene LKW, schlingernd, natürlich mit ungesicherter Ladung
  • Abrupt endende Schnellstraßen, Vollbremsungen im Kiesbett
  • freilaufende (und/oderauf der Strasse schlafende) Hunde,Schafe, Ziegen oder Kühe    
  • Beschilderung? Welche Beschilderung?

Reisebericht 2.Tag (01.05.2011)


Unser Tag beginnt um 7 Uhr. Die erste Nacht im Auto / Heu haben alle zwölf überraschend gut überstanden. Nach einem herzhaften Frühstück von unseren lieben Gastgebern geht die Reise weiter in Richtung kroatische Grenze. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, was das für ein turbulenter Tag werden wird. Optimistisch posieren wir noch für das Beweisbild beim Grenzübertritt, um uns nur wenige Stunden später im tiefsten kroatischen Hinterland zu verfahren. Die einzigen, die ganz

offensichtlich einen Heidenspaß haben, ist eine kleine Festgesellschaft in einem der Häuser, die regelrecht gröhlen, als wir zum vierten Mal an Ihnen vorbei fahren… Aber auch das gehört dazu und alles ist wieder gut, als wir endlich das Meer sehen. Unsere Lust auf Meer findet ein jähes Ende als Stefan uns plötzlich über Funk alarmiert: „Hilfe, meine Bremsen tun nicht mehr..“. Die steile Abfahrt aus dem Bergland hat sie offensichtlich völlig überhitzt, was mittlerweile jeder in der näheren Umgebung riechen kann. Im Bremsen-Schon-Gang schleichen wir bis an die Küstenstraße – mit Erfolg – jetzt ist alles (erstmal) wieder gut.

Die Landschaft ist atemberaubend. Hinter jeder Kurve verbirgt sich ein malerisches Bild: auf dem tiefblauen Meer glitzert die Sonne, kleine Fischerboote wiegen sich im sanften Wellengang. Doch bevor wir endgültig ins Träumen geraten lauert der nächste Schock wortwörtlich um die Ecke. Wenige Minuten vor uns ist eine Motorradfahrerin schwer gestürzt und liegt leblos auf der Straße. Wir reagieren schnell: unser Team-Doc Peter eilt zur Verletzten, leistet erste Hilfe und stabilisiert seine Patientin, Polizei und Rettungsdienst werden gerufen und wir stellen Streckenposten auf der kurvigen Straße auf und regeln den Verkehr über Funk. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht Rettung auf. Die Frau überlebt mit einigen Brüchen – Gott sei dank!

Schlimmer kann es an einem Tag nicht kommen, oder? Nein, aber eine weitere Prüfung erwartet uns – und auch die steht nicht im Roadbook: Nach zwei Stunden Fahrt müssen wir erneut rechts ran fahren. Das Auto von Thomas und Christoph macht schlapp. Diagnose steht zu diesem Zeitpunkt noch aus. Während sich das „Werkstatt-Team“ an die Karre macht, offenbart uns Jürgen seine geniale Erfindung: Mittels einer Brett-Fass-Konstruktion, die in zwei Löcher links und rechts vom Tankdeckel eingehängt wird, zaubert er einen Biertisch – dekoriert mit bunter Wachstischdecke. Das restliche Team ist baff und muss augenblicklich grinsen. Jürgen und Josef, ihr seid eine Wucht! Während der Papa leckere Suppe kocht, schraubt der Sohnemann am Motor. Mittlerweile ist es 21:30 Uhr. Der eine Teil tüftelt nach wie vor, der andere schläft schon mal, um sich auf eine lange Nacht hinterm Steuer vorzubereiten und ein weiterer Teil diskutiert über eine alternative Route. Denn dank der heutigen Ereignisse haben wir mehr als einen halben Tag verloren und der ursprüngliche Zeitplan droht zu platzen. Um 21:40 kommt die erlösende Nachricht: Das Auto springt wieder an. Um 21:45 Uhr die kalte Dusche: Nix geht mehr – wir müssen abschleppen. Die nächste Tankstelle kommt in 6 km und hat hoffentlich offen. Wir schicken Stoßgebete in die kuhdunkle Nacht. Wie es weiter geht erfahrt Ihr (hoffentlich) morgen...





Es ist 6 Uhr früh und der Wecker geht – und alle sind schon wach. Der große Tag ist da!

Punkt 7 Uhr begeben wir uns an die mit 77 und 79 Startplätze und laufen vor zur Startrampe. Dort begrüßt uns auch schon „unser“ Kamerateam vom SWR Fernsehen. Die drei begleiten uns heute den gesamten Vormittag für einen zweiten Landesschau-Bericht, der am Montag in der Sendung ab 18.45 Uhr ausgestrahlt wird. Also unbedingt einschalten!

Und: unser offizielles Verabschiedungskommittee vom Pferdle und Äffle Fanclub erwartet uns auch schon. Der Club feiert sein jährliches Clubtreffen anlässlich unseres Rallyestarts dieses Jahr in Oberstaufen! Ebenfalls mit am Start: Äffle und Pferdle-Autor Heiko Volz!

Um 08.30 Uhr fällt der Startschuss: Die Allgäu Orient Rallye 2011 ist offiziell eröffnet!

Und wie gestern angekündigt gibt’s noch eine Überraschung von unserem Sponsor Früchte Jork. Der steht mit einem Obstlaster direkt an der Rampe: denn jedes an der Rallye teilnehmende Auto bekommt im Namen unseres Teams eine große Tasche mit frischem Obst für die Reise! Das ist Proviant für über 300 Autos! Die Hälfte unseres Teams hilft beim Verteilen. Für unser Team gibt’s noch ein paar Kisten Bananen extra…

Gegen 11 Uhr sind die ersten 70 Teams über die steile Rampe gefahren und die Nervosität steigt. Als wir endlich aufgerufen werden ist es ein magischer Moment.

Bevor wir unser Roadbook erhalten (die Rallye-Bibel, in der alle unsere Aufgaben drin stehen), müssen wir es uns zuerst von Piraten erobern, die sich auf einer Insel auf dem Alpsee verschanzt haben. So steht es zumindest auf dem Zettel, den wir zum Rallyestart ins Auto gereicht bekommen. Am Alpsee angekommen, müssen wir eine Frage beantworten: wie viele Quadratmeter hat der See? Wir rechnen nach, schätzen, raten und sind uns dann ziemlich sicher, dass Antwort B (3 Mio m²) richtig ist. Die Antwort stimmt, und wir dürfen uns ein Boot nehmen und mit diesem auf die Insel rudern (bei falscher Antwort wäre es ein Surfbrett gewesen, auf dem man sitzend, mit den Füßen im Wasser, Richtung Schwimminsel paddeln musste). Peter startet für Team 77 in einem Kajak, Stefan für Team 79 im Ruderboot.

Beide meistern die Aufgabe mit Bravour und erobern das Roadbook.

Dort stehen die ersten Aufgaben drin: jedes Auto muss einen Stein aus einem Allgäuer Fluss mitnehmen, der in die Wüste zur Käserei transportiert werden muss.

Abschied vom SWR-Team und ab Richtung Fluss. Nach erfolgreicher Steinsuche fahren wir weiter zum Baustoffmarkt bei Sonthofen. Dort werden die Steine markiert und es geht weiter zur „Schnitzel-Alm“, wo wir das berühmte 30cm-Schnitzel bestellen und ein Schnitzel-Lineal mitnehmen müssen. Schnitzel lecker, ab auf den Pass Richtung Österreich. Wenige Minuten später die nächste Aufgabe: wir müssen an jeder Landesgrenze ein Foto mit allen Teammitgliedern machen. Aufgabe erledigt und weiter. Tirol empfängt uns mit einem schönen Sonne-Wolken-Mix und  traumhaften Bergen. Wir fahren weiter Richtung Innsbruck, durchqueren die Stadt und rauf auf den Brenner. Dort wieder Gruppenfoto an der Grenze nach Italien und weiter. Unterwegs treffen wir immer wieder andere Teams, die auch die Südroute gewählt haben. Darunter auch die lieben Kollegen von Dora Asemwald Racing aus Stuttgart. Und die nackten Hinterteile vom Team Heilix Blechle, die uns am Straßenrand grüßen.

Weiter über Franzenfeste und Bruneck, wieder Richtung Österreich. Raus aus dem Auto, Foto und weiter. Wir fahren durch das ursprüngliche und traumhaft schöne Gailtal, wo wir fast alleine auf der Straße sind. Spätestens nach Passieren des Ortsschildes „Obergail“ sind unsere Konversationen über Funk beherrscht von dämlichen Dialogen J

Es geht weiter nach Slowenien. Die Grenze überfahren wir um ca. 21 Uhr – natürlich nicht ohne Foto… Unsere Tour führt uns bis hinter Ljubljana, wo Thomas einen Freund hat.

Der lädt uns auf seinen Bauernhof ein, wo wir wunderbar übernachten können.

Die eine Hälfte im Heu (Auf dem Heuboden wird gejodelt), die andere in ihren Autos.

Bevor wir ins Bett gehen gibt’s aber noch eine hervorragende Vesperplatte aus selbst produzierter Wurst, Käse und Brot – und wir kosten vom sehr guten Wein, den die Familie seit über 100 Jahren selber herstellt und für den es gerade eine Goldmedaille gab. Das kleine Weingut findet sich auch im Netz unter www.korle.eu. Was für ein schöner erster Tag!





Abfahrt nach Oberstaufen am 29.04.2011


Endlich! Der Tag der Abreise ist da! Wir verlassen das Schwabenland aber natürlich nicht, ohne vorher noch einmal unsere lieben Sponsoren und Unterstützer zu besuchen.

Und auch das Kamerateam vom SWR Fernsehen ist wieder dabei und filmt uns auf der letzten Ehrenrunde durch die Heimat. Treffpunkt um 10:00 Uhr in Pliezhausen – und gleich wird’s dramatisch: ein Daimler hat kurz zuvor seinen linken Blinker verloren. Zum Glück haben wir noch einen übrig und können ihn schnell einbauen. Wir schauen für ein Gruppenfoto bei Nähmaschinen Heim in Walddorfhäslach vorbei, der unsere gesammelten Nähmaschinen fit gemacht hat. Im Anschluss geht’s zur Metzgerei Schneider nach Pliezhausen, wo wir großzügig mit Lunchpaketen und Grillgut versorgt werden. Schnell weiter nach Reutlingen-Rommelsbach, der Heimat von SilberBrunnen. Dort erwarten uns bereits die Geschäftsführer und zahlreiche Mitarbeiter mit Fähnchen. Und auch Äffle und Pferdle sind dabei und schieben uns die ersten Meter vom Hof. Danke für den lieben Abschied, das war schön!


Auf den Weg ins Allgäu liegt glücklicherweise auch die Tankstelle von Öl Ankele. Dort gibt’s für jeden von uns noch mal einen vollen Tank geschenkt, toll!

Weiter über die Schwäbische Alb nach Isny, wo wir den Chef von Früchte Jork treffen. Und der hat sich für den Rallyestart morgen eine tolle Überraschung ausgedacht…


Um 18 Uhr sind wir dann in Oberstaufen. Und die Rallye hat den kleinen Kurort voll im Griff: Überall stehen wild beklebte, bunt bemalte und teilweise abenteuerlich gestaltete Karossen – ein genialer Anblick! Im Kurhaus schreiben wir uns ein und nehmen unsere Teilnahmepässe in Empfang. Auf der anschließenden Vorstartparty gibt es natürlich ein beherrschendes Thema: wie kommen wir trotz Syrien-Krise nach Jordanien?

In der letzten Woche ist die ursprünglich geplante Strecke via Damaskus, Palmyra etc. in weite Ferne gerückt und die Rallyeleitung hat fieberhaft nach Alternativrouten gesucht.

Die wahrscheinlichste Lösung waren Fähren nach Israel oder Ägypten, aber noch war nichts definitiv.

Unter großem Jubel der über 600 Rallye-Teilnehmer begrüßen uns die OK-Chefs Wilfried (Deutschland) und Sakher (Jordanien). Die wichtigste Botschaft: „Wir kommen alle auf jeden Fall nach Jordanien!“  - wie ist allerdings noch nicht klar, aber das sollen wir dann in Istanbul oder Ankara erfahren. Eins ist aber auf jeden Fall schon sicher: so spannende wie dieses Jahr war die Allgäu Orient Rallye bestimmt noch nie…


Begleitet von zünftiger Musi halten wir noch bis 22 Uhr durch, dann geht’s ab ins Bett.

Noch ein Mal schlafen, dann beginnt das große Abenteuer…



Präsentation und Abschiedsparty für Äffle und Pferdle Team am 16. und 17. April

Am 16.04.werden wir von 10.00 bis 14.00 Uhr vor dem Tramperhaus in Reutlingen vier von unseren Boliden präsentieren. Das Tramperhaus hat  uns tatkräftig unterstützt bei der Auswahl der passenden Zelte, Schlafsäcke und Isomatten, auf dass wir die kalten Wüstennächte unbeschadet überstehen. Auf zwei Stockwerken gibt's im Tramperhaus die aktuellste Outdoor-Ausrüstung - und das nicht nur für Wüstenfüchse!

Am 17.04. steigt an der Aral-Tankstelle in Pfullingen von 10.00 bis 16.00 Uhr die Äffle und Pferdle Team-Abschiedsparty. Alle sechs Rallye-Fahrzeuge werden vor Ort sein und können außen und innen genau begutachtet werden.

Ein abwechslungsreiches Programm sorgt für viel Spaß: Sei es beim Baggerfahren für die "Kleinen" oder beim Radwechsel-Wettbewerb für die "Großen"  - und wer danach dann hungrig und durstig ist, kann sich natürlich auch stärken.

Einfach vorbeischauen und mitfeschten!


Wir sind im Fernsehen!

Letzte Woche wurden wir beim Schrauben in der Halle schon vom Fernsehteam des SWR besucht

und gefilmt. Am Wochenende ging es dann weiter: zuerst Dreh bei unserer Präsentation vor dem Mercedes-Benz Museum,danach Weiterfahrt nach Plattenhardt zu Äffle und Pferdle. Ein tolles Erlebnis mit einem absolut sympathischen, professionellen und kreativen Team! Heute Abend kam das Ergebnis in der SWR Landesschau Baden-Württemberg.

Ein Beitrag, der uns sehr stolz und Euch sicherlich viel Spaß macht!

Hier könnt Ihr ihn anschauen:


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Super Sonntag für unser Team!

Am Sonntag haben wir uns mit Team und den sechs Rallye-Daimlern vor dem Mercedes-Benz Museumin Stuttgart präsentiert. Viele interessierte Besucher haben den Weg zu unseren Autos gefunden und wir haben die Idee Allgäu Orient Rallye vielen Menschen näher gebracht, darunter auch Gäste aus Japan, Israel und Russland. Aber auch andere Teams haben vorbei geschaut und mit uns gefachsimpelt.

Viele Grüße und danke für den Besuch an die lieben Kollegen Käpt'n Ingmar vom Dora Asemwald Racing und Sandblechsurfer Flo!

Danach ging's nach Filderstadt-Plattenhardt zu Getränke Schweizer.

Dort waren Äffle und Pferdle beim verkaufsoffenen Sonntag für SilberBrunnen im Einsatz.

Großer Bahnhof bei unserer Ankunft: uns erwartet eine abgesperrte Fläche direkt in der Einfahrt und viele, viel interessierte Gäste! Dann das Highlight: wir trafen auf die Macher  von Äffle und Pferdle, das Team von LANG-Film!

Der Chef Armin Lang junior, Autor Heiko Volz und Zeichner Roman Lang signierten unter großem Beifall unsere Motorhauben!


Zwei mal große Ehre für das Äffle und Pferdle-Team!

Am kommenden Sonntag, 10. April ist das Äffle und Pferdle-Team eingeladen auf den heiligen Boden des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart.

Von 9 bis 15 Uhr präsentieren wir unsere T-Modelle vor dem Haupteingang des schönsten Automuseums der Welt. Wir laden alle Freunde, Fans und Interessierte ein, uns dort zu treffen und im Anschluss die hervorragende Ausstellungzu besichtigen.


Nach der Präsentation vor dem Museum fahren wir weiter nach Filderstadt-Plattenhardt.

Dort besuchen wir Äffle und Pferdle, die an diesem (verkaufsoffenen) Sonntag im Auftrag von SilberBrunnen bei Getränke Schweizer in der Mörikestraße 51 auftreten.

Ab ca. 15.30 Uhr sind wir vor Ort.

Vor Ort treffen wir auch die Äffle und Pferdle-Macher Armin Lang jun. und Heiko Volz,

die unsere Autos signieren werden.


Profi-Check für unsere Autos

Am Samstag, 19. März haben wir mit unseren Daimlern das Mercedes-Benz Autohaus Seeger in Tübingen besucht. Das Werkstattteam um Meister Thomas Schuler hat alle Autos auf Herz und Nieren geprüft und kritisch getestet. Die gute Nachricht: bis auf Kleinigkeiten ist bei unseren sechs

T-Modellen alles in Ordnung! Wir danken den freundlichen und kompetenten Seeger-Mitarbeitern für ihren

leidenschaftlichen Wochenend-Einsatz! Äffle und Pferdle waren übrigens auch vor Ort, Beweisfotos gibt's hier!



Teampräsentation in Oberstaufen

Am Samstag, 12. März war große Teampräsentation in Oberstaufen. Und fast alle Teams waren da.Die Festhalle in Steibis war brechend voll, die Stimmung prima und die Vorstellungen der unterschiedlichen Gruppen sehr unterhaltsam. Ein Raunen ging durch die Menge, als wir dann die Bühne betraten - und die Schwaben im Publikum jubelten sogar laut los. Der Grund: Äffle und Pferdle höchstpersönlich waren mit uns ins Allgäu gekommen und begrüßten die Teilnehmer der Allgäu Orient Rallye stilecht mit unserer heimlichen Nationalhymne, dem Hafer und Bananenblues.

Dazu gab's leckere Äffle und Pferdle Fruchtgummis von SilberBrunnen, die wir mit großem Körpereinsatz auch in die hinteren Reihen der Festhalle befördern konnten (an dieser Stelle nochmals Entschuldigung an den Herrn, den die Fruchtgummitüte am Kopf getroffen hat - Dein Kollege ka' oinfach net gscheit fanga...).

Es war ein fröhlicher Abend mit vielen tollen Gesprächen! Besonders gefreut hat uns, dass wir so viele nette Teams,(z.B. Dora Asemwald Racing, Glockenstupfer oder die Sandblechsurfer) kennenlernen bzw. wiedersehen durften. Vor unserem Auftritt nutzten wir noch die Gelegenheit, ein paar Teamfotos mit Autos zu machen - hier gibt's die ersten Bilder.

Und weil's so schön war: hier nochmals unsere Einmarschmusik und der Hafer und Bananenblues:


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Werkstatt-Endspurt!

Das Projekt mit dem Codenamen Cyan ist nun fast am Ende!

Inzwischen sind (bis auf kleinere Ausbesserungsarbeiten) alle Autos abgeschliffen,grundiert und umlackiert. Und während unsere T-Modelle äußerlich alle angeglichen wurden, konnten parallel kleinere Reparaturarbeiten und Tüv-Abnahmen erfolgreich abgeschlossen werden.

Sind die Wochenenden ab jetzt wieder frei? Von wegen! Es folgt die Teampräsentation in Oberstaufenam am 12. März und danach eine Menge weiterer Termine!

Jetzt aber viel Spaß mit den Bildern von unserem Daimler-Sixpack!


Der Pferdle & Äffle-Club ist mit an Bord!

Prominente Unterstützung für unser Rallyeteam: der Pferdle&Äffle-Club hat sich zur Verabschiedung unseres Teams in Oberstaufen angekündigt. Am 30. April, dem Tag der Abfahrt, wird der Fanclub der beiden Kultfiguren sein großes Clubtreffen in Oberstaufen abhalten und uns an der Startrampe gewaltig anfeuern. Wir freuen uns auf die lautstarke Unterstützung! Außerdem berichtet der Club in seinem Mitgliederheftle und auf Facebook und Twitter regelmäßig über unsere Fortschritte.


Schaffa, schaffa, Autos schleifa

Juhu, unser Rennstall ist komplett! Jetzt geht's ans Eingemachte: Abschleifen, Grundieren, Lackieren. Zwischendurch Feuer löschen, dies und das reparieren, Starthilfe geben, Autos anschieben und Dellen ausbeulen. Eine wahre Schweißarbeit -  überzeugt Euch selbst!


Kennenlernfest vom 05.11.2010 bis 07.11.2010

Am Wochenende sind wir zum ersten Kennenlern-Fest der Allgäu-Orient Rallye 2011 nach Oberstaufen gepilgert. In der Festhalle von Steibis trafen am Freitag Abend die teilnehmenden Teams zum ersten Mal aufeinander. Es wurde gefachsimpelt, Autos beugtachtet, Erfahrungen mit alten Hasen ausgetauscht und natürlich lange gefeiert. Besonders gut hat uns der Samstag gefallen: nach einer Bergtour ging es an den Alpsee, wo wir mit Deutschlands längster Ganzjahres-Rodelbahn in die Tiefe gerast sind.

Danach urgemütliche Einkehr bei Käsespezialitäten im Dorfhaus Thalkirchdorf und am Abend große Allgäu-Orient Party mit Vorstellung des Rallye-OK in der Festhalle Steibis.


Bilder vom gelungenen ersten Wochenende gibts hier:

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